NEUE DOKU: Abenteuer Archäologie – El Argar, eine vergessene Kultur

Im Südosten Spaniens haben Archäologen das Erbe einer vergessenen Kultur wiederentdeckt. Ihr Name: El Argar. Vor 4.000 Jahren, als Europa noch ausschließlich von Stämmen besiedelt war, soll diese Kultur hier den ersten Staat des Okzidents gegründet haben. Die griechische und die römische Zivilisation haben Europa nachhaltig geprägt. Die bronzezeitliche El-Argar-Kultur, die in einer Wüstenlandschaft erblühte, ist dagegen restlos aus unserem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Sie herrschte über ein riesiges Gebiet – fast so groß wie Belgien – über 700 Jahre lang, zwischen 2.200 und 1.550 vor Christus. Bis sie plötzlich verschwand und in Vergessenheit geriet. Doch heute erforschen Archäologen diese rätselhafte Zivilisation und bringen jeden Tag neue Zeugnisse ans Licht. Erste Relikte der argarischen Kultur wurden bereits im 19. Jahrhundert gefunden. Zwei belgische Ingenieure, die Brüder Siret, entdeckten in einer Höhlensiedlung im Osten von Andalusien, etwa 40 Kilometer nordöstlich der Stadt Almería, eine Nekropole, wie man sie noch nie gesehen hatte. Sie ahnten, dass sie auf eine unbekannte Kultur aus der Bronzezeit gestoßen waren, und nannten sie nach ihrem Fundort: El Argar. Mehrere Grabungen, die daraufhin in der Region durchgeführt wurden, bestätigten ihre Vermutung. Doch im 20. Jahrhundert gerieten diese Funde zunehmend in Vergessenheit. Erst vor zwei Jahren hat ein Archäologenteam der Autonomen Universität Barcelona die Untersuchung wieder aufgenommen. Ausgangspunkt ihrer Grabungen ist La Almoloya, ein mehr als 50 Meter hoch gelegenes Felsplateau im Zentrum des argarischen Siedlungsgebiets. Sie fanden Reste einer Siedlung mit Gräbern, Straßen, Wohnhäusern und mittendrin einem stattlichen Gebäude, das maßgeblich zum Verständnis der nicht gänzlich erforschten Kultur beitragen kann.

Kategorie: Kultur

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